Bundeswehr im Ausland
Einsätze der Bundeswehr im Ausland

Die Einsätze der Bundeswehr sind ein zentrales Kennzeichen für die Veränderungen, denen die Streitkräfte seit einigen Jahren unterliegen. Von der Friedensarmee, die die Grenzen der Bundesrepublik gegen die ehemaligen Feinde des kalten Krieges verteidigten sollte zum international operierenden Bündnispartner.
Die Bundeswehr ist gefordert bei der Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Notlagen und bei humanitären Einsätzen. Gemeinsam mit Streitkräften befreundeter Nationen und Partnern beteiligt sie sich an friedenserhaltenden, stabilisierenden und friedenserzwingenden Operationen. Durch diese Einsätze trägt die Bundeswehr dazu bei, gewaltsame Konflikte zu verhindern oder zu beenden. Sie wirkt durch Stabilisierung und Abschreckung gegen die Verschärfung von Krisen und Konflikten und ermöglicht die Konsolidierung von Friedensprozessen. Hinzu kommen Einsätze im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, auch als Beiträge zur Unterstützung von Bündnispartnern.
Jede Soldatin und jeder Soldat muss damit rechnen, während der Dienstzeit im Rahmen von friedensschaffenden und friedenserhaltenden Maßnahmen, zeitlich befristet auch im Ausland eingesetzt zu werden.
Zeitweise sind über 10.000 Soldaten bei den unterschiedlichen Einsätzen über mehrere Monate im Ausland stationiert.
Dienststellen im Ausland
Aufgrund unserer Einbindung in internationale Bündnisse besteht bei entsprechendem Interesse aber darüber hinaus auch die Möglichkeit, einen Teil der Karriere an einem Standort außerhalb Deutschlands fortzusetzen.
Die Bundeswehr unterhält eine Anzahl von Dienstsellen, die dauerhaft im Ausland eingerichtet sind. Das sind Ausbildungseinrichtungen bei befreundeten Nationen, deutsche Kontingente an internationalen Stäben oder Militärattachés.
Als Beispiel ist ein Programm der Deutsche Marine zu nennen. Jährlich absolvieren zwei deutsche Offizieranwärter im Austausch mit der französischen Marine Nationale ihre Offizeirausbildung in Frankreich. Das bedeutet, dass die ausgewählten Soldaten nach 6 Wochen Basisausbildung an der Marineschule Mürwik für 6 Jahre nach Frankreich gehen und dort mit ihren französischen Kameraden das Lycée Navale (2 Jahre) und die École Navale (3 Jahre) besuchen. Daran schließt sich eine ca. einjährige Ausbildung auf einem Schulschiff an. Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein in Deutschland anerkanntes Ingenieursdiplom.
Neben der langen Dauer der Ausbildung in einem üblicherweise unbekannten Umfeld besteht die besondere Herausforderung darin, dass Teilnehmer gesucht werden, die über gute bis sehr gute Französischkenntnisse und ebenso gute naturwissenschaftlich technische Fähigkeiten verfügen.
Dies ist nur ein Besipiel von vielen, aber es zeigt sehr deutlich die Möglichkeiten, die sich interessierten Soldaten durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Bündnispartner bieten.

